Die Geschichte der Freimaurerei in Stralsund und Vorpommern

Die Geschichte unserer Loge "Sundia zur Wahrheit" i.Or. Stralsund, eingebettet in die regionalen und globalen geschichtlichen Ereignisse der Zeit unter besonderer Berücksichtigung der Freimaurerei (Auszug)

1742
Carl Wilhelm Scheele, der Entdecker des Sauerstoffs, wird in Stralsund in der Fährstr. 23 geboren
1757
Der spätere Freimaurer und Bankier Joachim Ulrich Giese gründet in der Tribseerstr. 26 die Stralsunder Fayencefabrik; die Erzeugnisse verdrängen in wenigen Jahren das holländische, besonders das Delfter, Geschirr aus dem Ostseeraum.
1758
Giese setzt gemeinsam mit Olthof die Stralsunder Münze in der Triebseer-, Ecke Mörderstraße in Gang.
1760
Die Große Loge Landesloge für Schweden (GLL v S) wird in Stockholm gebildet)
1760
Gründung der Freimaurerloge "Zu den drei Sternen" in Rostock als erste Loge in beiden Mecklenburgs, Anerkennung durch die Große Nationale Mutterloge Zu den drei Weltkugeln (GNML 3 WK).
1762
Gründung der Freimaurerloge "Le Charite" in Stralsund und "Zu den 3 Greifen" in Greifswald als Tochterlogen einer schwedischen Militärloge, Anerkennung durch die GLL v S, (Stralsund gehörte nach 1648 zu Schwedisch - Pommern); "Le Charite" stellt bald die Arbeit ein.
1762
Gründung der Freimaurerloge "Zur Eintracht" in Stralsund, Anerkennung durch die GLL v S; Loge kauft Grundstück in der Mönchstraße 18; Giese wird Freimaurer.
1766
Freimaurerloge "Zur Eintracht" gründet in der Mönchstraße 18 das erste Stralsunder Theater, das Stralsunder Schauspielhaus, eines der ersten Theater Norddeutschlands mit fester Spielstätte.
1777
Auflösung der Stralsunder Loge "Zur Eintracht" aus wirtschaftlichen Gründen
1790
Stralsunder Fayencefabrik stellt ihren Betrieb ein.
1797
Die Loge "Gustav Adolf zu den drei Strahlen" (GA zd 3 S) wird in der Tradition der Loge "Zur Eintracht" in Stralsund gegründet; Annerkennung durch GLL v S.
1798
Die dritte (altpreußische) Großloge "Große Loge von Preußen, genannt Royal York zur Freundschaft" (GL v P RYzF) wird in Berlin gegründet.
1815
Stralsund kommt zu Preußen, Loge GA zd 3 S schließt sich der Großen Landesloge Freimaurerorden (GLL FO) an.
1834
Eröffnung des zweiten Stralsunder Theaters "Neuen Spielhauses" am Alten Markt unter maßgeblicher Unterstützung durch die Stralsunder Freimaurer.
1848
Grundsteinlegung für das Logenhaus der Loge "Gustav Adolf zu den drei Strahlen" Langenstraße 70 durch den Logenmeister Carl von Haselberg, Vater von Rudolf und Ernst von Haselberg.
1858
Abriss des alten Logen- und Schauspielhauses in der Mönchstraße 18.
1870
Aufhebung des Festungszustandes Stralsunds nach fast 600 Jahren, Beginn einer planmäßigen Entwicklung der Vorstädte.
1871
Der berühmte Goldschmuck von Hiddensee (datiert um das Jahr 950) wird freigespült, ein Motiv des Wikingerschmuckes ziert heute die Stralsunder Loge.
1877
Über 100 (von knapp 150) Freimaurer treten gemeinsam mit fast der gesamten Logenführung aus der Loge GA z d 3 S aus und gründen die Loge "Sundia zur Wahrheit" (SzW) in Stralsund. Erster Meister vom Stuhl (MvSt) wird der letzte Stuhlmeister der GA z d 3 S, der Regierungs- und Medizinalrat Rudolf von Haselberg.
 
Anerkennung durch die GL v P RYzF.
1878
Erwerb des Grundstücks Bielkenhagen 5 durch die Loge SzW.
1879
Grundsteinlegung für das Logenhaus Bielkenhagen 5 durch die Freimaurer und den Stadtbaumeister Ernst von Haselberg, der auch das gegenüberliegende Amtsgerichts- und das Berufsschulgebäude in der Bleichstraße 4 schuf.
1880
Feierliche Einweihung (Lichteinbringung) des neuen Logenhauses Bielkenhagen 5.
1885
Das Logenhaus Langestraße 70 wird ein Raub der Flammen, die Loge GA zd 3 S findet zeitweilig Obdach im haus der Loge SzW in Bielkenhagen 5.
1888
Einweihung des Postgebäudes am Neuen Markt. Als Ehrengast nimmt der bekannte Generalpostmeister und Freimaurer Dr. Heinrich von Stephan teil.
1902
30. Stiftungsfest der SzW; Loge zählt 151 Mitglieder; MvSt ist der Geh. Sanitätsrat Dr. Robert Püttner I.
1910
13 Barther Mitglieder der Loge SzW gründen in Barth die Tochterloge "Zum Anker".
1922
50. Stiftungsfest der "Sundia zur Wahrheit", Loge zählt 141 Mitglieder; MvSt ist der Hauptpastor an der Marienkirche Otto Sievert.
1924
Ein Deckenbrand verwüstet das Haus Bielkenhagen 5; die Loge "Sundia zur Wahrheit" findet zeitweilig Domizil im Haus der Loge "Gustav Adolf zu den 3 Sternen" in der Langenstraße 70.
1930
In Mecklenburg und Vorpommern arbeiten 27 Johannislogen.
1935
Das NS - Regime verbietet alle Logen in Deutschland, die Logen werden enteignet, Freimaurer unterliegen Berufsverboten, werden misshandelt und in Konzentrationslager gebracht; in die Logenhäuser Stralsunds ziehen Gliederungen der Kreisorganisation der NSDAP.
1936
Übergabe des Rügendamms, der damals größten geschweißten Brückenkonstruktion der Welt.
1945
Ende des II. Weltkrieges; Vorpommern und große Teile Mecklenburgs werden durch sowjetische, westliche Gebiete durch britische und US - amerikanische Truppen besetzt; Mecklenburg und Vorpommern werden ein Land in der sowjetischen Besatzungszone.
1946
Im Logenhaus Bielkenhagen 5 erhalten zahlreiche Arbeitsgemeinschaften von Kinder- und Jugendorganisationen eine neue Heimatstatt.
1947
Auflösung des Staates Preußen, Streichung des Namens Vorpommern aus der Landesbezeichnung.
1948
In Westdeutschland werden die Logen durch die westlichen Alliierten wieder zugelassen; in Ostdeutschland wird das Verbot der Freimaurerei durch die sowjetische Besatzungsmacht und später die DDR - Regierung nicht aufgehoben,
1990
Die wiedererrichteten 5 Länder der DDR treten der Bundesrepublik Deutschland bei, Überwindung der Spaltung Deutschlands; Beginn der freimaurerischen Arbeit in den neuen Bundesländern nach "55 Jahren der Dunkelheit".
1991
Die jungen Freimaurerlogen in Mecklenburg - Vorpommern bilden mit den Logen in Schleswig - Holstein einen gemeinsamen Distrikt.
1992
Gründung der Freimaurerloge "Eldena" in Greifswald.
 
Wiederbelebung der Freimaurerloge "Zu den drei Sternen" in Rostock.
1993
Gründung der Freimaurerloge "Eintracht in Freiheit" in Schwerin.
1994
Wiederbelebung der Freimaurerloge "Rugia zur Hoffnung" in Putbus / Rügen.
1995
Wiederbelebung der Loge "Sundia zur Wahrheit" in Stralsund, besonders durch engagierte Hamburger Freimaurer; die Loge zieht wieder ins ehemalige Logenhaus Bielkenhagen 5; erster Meister vom Stuhl wird der aus Prerow / Darß stammende pensionierte Flugzeugbauingeneur Herbert M. Koeller.
1996
Rückübertragung der Grundstücks Bielkenhagen 5 an die Große Loge Royal York zur Freundschaft in Berlin, Rechtsnachfolger der GL v P RYzF.
2001-2003
Sanierung des Logenhauses Bielkenhagen 5.
2002
Altstadt der Hansestadt Stralsund wird in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.
 
Auf dem 125. Stiftungsfest der Sundia wird die Idee geboren, eine Form des Zusammengehens der Freimaurer aus allen Ostseeanrainerstaaten zu finden.
2003
Anläßlich des 126. Stiftungsfestes der Sundia treffen sich in Stralsund Freimaurer aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Polen und Lettland. Sie geben ihrem Treffen die Bezeichnung "collegium masonicum balticum" (cmb). Der anwesende lettische Vertreter lädt zum 2. cmb nach Riga ein..
2005
Auf dem 2. cmb in Riga übergeben Vertreter der Sundia einen Wanderpokal an die lettischen Brüder mit der Bitte, diesen dem Gastgeber des 3. cmb zu überreichen.
 
Wiederbelebung der Freimaurerloge "Zur Vaterlandsliebe" in Wismar.
 
 
Putte
 
Johannis Freimaurerloge Sundia zur Wahrheit Nr. 447 o.Ir. Stralsund
Bijou